Hypertonie

Bluthochdruck Ursachen, Folgen, Symptome

Viele Menschen leiden daran, ohne es zu wissen. Erst wenn der Arzt im Falle einer Erkrankung eine Blutdruckmessung vornimmt, werden die Patienten mit der Diagnose Bluthochdruck (medizinisch Hypertonie genannt) konfrontiert. Deshalb ist eine frühzeitige Erkennung und anschließende Behandlung die einzige Chance, drohende Folgeschäden wie Herzinfarkt und Schlaganfall, abzuwenden. Was ist Bluthochdruck? Welche Werte sollte er nicht überschreiten? Was kann ich dagegen tun? Auf all diese Fragen und mehr finden Sie in der folgenden Übersicht die Antwort.

Bluthochdruck als Wohlstandskrankheit

In den Industrienationen ist Bluthochdruck unter der Bevölkerung weit verbreitet. So leiden in Mitteleuropa ungefähr 50 % der Menschen an dieser heimtückischen Erkrankung. Die Krankheitshäufigkeit ist hier seit fast 40 Jahren konstant hoch. Auf die Weltbevölkerung bezogen, wird der Anteil auf 10 % bis 50 % geschätzt. Jeder vierte Mann im Alter zwischen 25 und 29 Jahren hat zu hohe Blutdruckwerte, bei den Frauen sind in der gleichen Altersgruppe nur 10 % betroffen. 

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist laut Definition ein Krankheitsbild, das sich in einem erhöhten Blutdruck im arteriellen Gefäßsystem bemerkbar macht. Als kritischer Wert gilt laut Weltgesundheitsorganisation WHO ein systolischer Blutdruck von 140 mmHg bzw. ein diastolischer Blutdruck von 90 mmHg. Diese Definition bezieht sich auf den Körper im Ruhezustand.

Hypertonie Formen

In der Medizin wird zwischen zwei Formen des Bluthochdrucks unterschieden: Primäre und sekundäre Hypertonie. Die primäre oder essentielle Hypertonie ist die weitaus am häufigsten auftretende Form des zu hohen Blutdrucks. Primär bedeutet in diesem Fall, dass keine organische Ursache in Betracht kommt. Von dieser Form des Bluthochdrucks sind ca. 95 % der Patienten betroffen. Wenn daher allgemein von Bluthochdruck gesprochen wird, ist in der Praxis fast immer die primäre Hypertonie gemeint.

Eine sekundäre Hypertonie hingegen ist keine eigenständige Krankheit, sondern als Folge einer anderen bestehenden Grunderkrankung anzusehen. Neben einer Blutdrucksenkung konzentriert sich die Therapie auf die den hohen Blutdruck auslösende Erkrankung.

Bluthochdruck Ursachen

Die Ursachen für das Bestehen einer Hypertonie sind trotz guter Forschungsansätze noch nicht ausreichend geklärt. Hier scheinen viele Faktoren beteiligt zu sein, die sich auch gegenseitig beeinflussen können. Relativ gut belegt sind Indizien, die auf eine genetische Veranlagung hindeuten. Dafür spricht die Tatsache, dass bei Bluthochdruckpatienten eine ähnliche Anamnese im familiären Umfeld zu finden ist. Der Psychoanalytiker Franz Alexander hat 1950 die essentielle Hypertonie als psychosomatische Erkrankung beschrieben. Heute wird diese Sicht in Fachkreisen weiterhin diskutiert und findet weitgehende Anerkennung.

Der Einfluss der Hormone

Die Auswirkungen eines gestörten Hormonhaushalts auf den Blutdruck gelten mittlerweile als gesicherte Tatsache. So ist beispielsweise in 5 % bis 10 % der Fälle eine Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron die Ursache. Auch die Hormone Noradrenalin und Adrenalin gelten als Auslöser einer Hypertonie. Hier ist es das Phäochromozytom (gutartiger Tumor der Nebenniere), welches für die Überproduktion der Hormone verantwortlich ist. Ein weiterer Hinweis auf den Einfluss der Hormone ist die Tatsache, dass bei Frauen mit dem Beginn der Wechseljahre der Blutdruck tendenziell ansteigt. Das Sexualhormon Östrogen, welches auch den Blutdruck reguliert, wird jetzt vermindert produziert und kann diese Aufgabe nicht mehr in vollem Umfang erfüllen.
Der Zusammenhang zwischen Hormonen und Blutdruck wird auch während einer Schwangerschaft deutlich. Bei 5 % aller Frauen kommt es zu einem schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck. In diesem Fall sind auch die Werte des Schwangerschaftshormons Beta-HCG erhöht. 

Hypertonie Risikofaktoren

Im Gegensatz zu den noch unzureichend verifizierbaren Ursachen sind die Risikofaktoren für das Entstehen und Begünstigen einer Hypertonie sehr wohl bekannt. Dabei ist zwischen körperspezifischen und durch eine ungünstige Lebensweise bedingten Risiken zu unterscheiden.
Eine besondere Rolle spielt Diabetes mellitus. Durch hohe Blutzuckerwerte wird das Herz stark belastet. Liegt gleichzeitig eine Hypertonie vor, so steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, erheblich an.
Einen negativen Einfluss auf den Blutdruck haben zu hohe Cholesterinwerte. Diese führen zu einer Anlagerung von Cholesterinester und anderen Fetten an den Innenwänden der Arterien, es kommt zur Ausbildung einer Arteriosklerose. Durch die Verengung der Blutgefäße steigt der Blutdruck an.

Bluthochdruck Folgen

Eine Hypertonie hat nicht nur Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem. Auch andere Organe werden schwerwiegend und irreversibel geschädigt.

Diese Folgeerkrankungen werden durch zu hohen Blutdruck verursacht:

 

  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt und Angina pectoris
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Schlaganfall
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) bis hin zum Nierenversagen
  • Arteriosklerose
  • Schädigung der Netzhaut des Auges durch zu hohen Augeninnendruck (Glaukom)
  • Potenzstörungen

Bluthochdruck Symptome

Das heimtückische an der Krankheit ist, dass sie sich meist nur mit geringen und unspezifischen Symptomen bemerkbar macht. Häufig fehlen diese auch ganz. Es gibt jedoch eine Reihe von Warnzeichen, die auf einen zu hohen Blutdruck hindeuten:

 

  • Kopfschmerzen, die überwiegend am Morgen auftreten
  • Schwindelgefühl und Übelkeit unklarer Herkunft
  • Nasenbluten
  • Vermehrte Schweißabsonderung
  • Luftnot unter Belastung
  • Gefühl von Abgeschlagenheit und Schlaflosigkeit

 

Auch Veränderungen bei der Häufigkeit des Wasserlassens und stärkeres Durstgefühl zählen zu den Symptomen bei Hypertonie.

 

Bluthochdruck Diagnose

Bei Verdacht auf Bluthochdruck zum Arzt – Nur eine Diagnose schafft Klarheit!

Die genannten Symptome sollten von sich aus schon Anlass genug sein, einen Arzt aufzusuchen. Da eine Blutdruckmessung fast routinemäßig bei jeder Untersuchung erfolgt, kann der Verdacht auf Bluthochdruck relativ schnell bestätigt oder verworfen werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass durch den sogenannten „Weißkitteleffekt“ und andere Faktoren die Messungen verfälscht werden können. Deshalb wird der Arzt eine 24-Stunden-Blutdruckmessung in Betracht ziehen. Bei wiederholt hohen Werten ist die Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes für zuhause dringend angeraten. Weitere diagnostische Maßnahmen sind EKG, Echokardiografie, Spiegelung des Augenhintergrundes (Ophthalmoskopie) sowie Analyse von Blut- und Urinproben. Alle diese Untersuchungen sind nichtinvasiv und völlig schmerzlos.

 

Diagnose der sekundären Hypertonie

Um eine zwar selten auftretende, aber dennoch mögliche sekundäre Hypertonie auszuschließen, kann der Arzt weitere Untersuchungen nach dem Prinzip des Ausschlussverfahrens einleiten:

 

  • Untersuchung der Nierenarterie auf das Bestehen einer Nierenarterienstenose (Verengung) durch bildgebende Verfahren wie Duplex-Sonografie oder MRT-Angiografie
  • Analyse des Blutbildes auf eventuell vorhandene Störungen im Hormonhaushalt
  • Digitale Subtraktionsangiografie (DSA) zur genauen Untersuchung der Blutgefäße
  • Szintigrafie zum Ausschluss eines seltenen Phäochromozytoms (Tumor im Nebennierenmark)

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Nach gegenwärtigen Empfehlungen der WHO gilt als kritische Grenze ein Blutdruck von 140 mmHg (systolisch) und 90 mmHg (diastolisch). Wird einer dieser beiden kritischen Werte überschritten, liegt Bluthochdruck vor, der therapiert werden sollte.

 

Die Schweregrad der Hypertonie in der Klassifizierung der WHo

Im Jahre 1999 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Klassifizierung der Schweregrade einer arteriellen Hypertonie erarbeitet. Die medizinischen Fachgesellschaften folgen weitgehend diesen Definitionen.

 

Systolische (MMHG) bzw. diastolische (MMHG) Bewertung

  • Optimaler Blutdruck weniger als 120 weniger als 80
  • Normaler Blutdruck 120 bis 129 80 bis 84
  • Hoch-Normaler Blutdruck 130 bis 139 85 bis 89
  • Stufe 1 (Milde Hypertonie) 140 bis 159 90 bis 99
  • Stufe 2 (mittlere Hypertonie) 160 bis 179 100 bis 109
  • Stufe 3 (schwere Hypertonie ) mehr als 180 mehr als 110
  • Isolierte systolische Hypertonie mehr als 140 weniger als 90

Was ist eine Prä-Hypertonie?

Der Begriff Prä-Hypertonie taucht erstmals im Jahr 2003 auf und bezeichnet eine Vorstufe der Hypertonie mit Werten zwischen 120 und 139 mmHg (systolisch) und 80 bis 89 mmHg (diastolisch). Die Einführung dieser neuen Definition ist aber unter Medizinern sehr umstritten. Ein bisher normal geltender Parameter wird plötzlich zum Risikofaktor – nur noch 10 % der Menschen wären dann gesund. Viele Fachleute lehnen daher eine medikamentöse Behandlung in diesem Stadium ab und empfehlen eine Kontrolle des Blutdruckstatus.

 

Welche Werte sind normal?

Neben dem Blutdruck ist die Herzfrequenz, umgangssprachlich auch kurz Puls genannt, eine wichtige Kenngröße zur Beurteilung des Herz-Kreislauf-Systems. Allerdings ist diese nicht konstant, sondern ändert sich bei körperlicher Belastung oder in Stresssituationen. Deshalb erfolgt die Messung der Herzfrequenz stets in ausgeruhtem Zustand. Dabei ist die Schwankungsbreite relativ hoch, beim gesunden Menschen ist eine Herzfrequenz zwischen 50 und 100 völlig normal. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Herzschlag, so dass sich für die entsprechenden Altersgruppen im Durchschnitt folgende, als gesund geltende Werte ergeben:

 

  • Neugeborene und Säuglinge bis zu 3 Monaten: 140 pro Minute
  • Kinder im Alter von 3 Monaten bis zwei Jahren 130 pro Minute
  • Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren 80 pro Minute
  • Kinder über 10 Jahre 75 pro Minute
  • Erwachsener 60 bis 70 pro Minute

Bluthochdruck stets im Blick behalten

Für eine erfolgreiche Behandlung sollte der Blutdruck kontinuierlich überwacht werden. Eine gelegentliche Kontrolle beim Arzt reicht meist nicht aus. Die Entwicklung des Blutdrucks über einen längeren Zeitraum gibt dem Arzt wichtige Rückschlüsse. Daher ist der Kauf eines Blutdruckmessgerätes dringend zu empfehlen. Die modernen Blutdruckmessgeräte sind einfach und bequem zu bedienen. Außer der Blutdruckmessung geben sie Auskunft über Puls, einen unregelmäßigen Herzschlag und speichern die Messwerte automatisch ab.

Es gibt verschiedene Typen von Blutdruckmessgeräten. Die klassische Variante ist die Messung mit einer Oberarmmanschette. Die kompakten Handgelenk-Blutdruckmessgeräte haben an Genauigkeit zulegt und sind, wie Tests beweisen, den Oberarm-Blutdruckmessgeräten inzwischen ebenbürtig. Wer es ganz komfortabel haben möchte, kann seinen Blutdruck per Bluetooth und einer App auf dem Smartphone dokumentieren.

Bluthochdruck Therapie

Bei leichten Formen des Bluthochdrucks wird der Arzt zunächst auf eine Umstellung der Lebensweise und der Ernährung hinweisen. Bleibt der Blutdruck im pathologischen Bereich, wird eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten eingeleitet. Ein operativer Eingriff kommt nur bei einem hohen Schweregrad infrage und bleibt die Ausnahme.

 

Medikamentöse Behandlung

Für die Therapie des Bluthochdrucks steht ein weites Spektrum an Medikamenten in unterschiedlichen Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Damit ist es möglich, im Falle einer Unwirksamkeit oder Nebenwirkungen auf andere Medikamente auszuweichen.

 

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen

  • ACE-Hemmer beeinflussen das Angiotensin II und reduzieren die blutdrucksteigernde Synthese.
  • Betablocker wirken hemmend auf die den Blutdruck steuernden Beta1-Rezeptoren, die Folge ist ein Sinken des Blutdrucks und der Auswurfleistung des Herzens.
  • AT1-Antagonisten verhindern, dass Angiotensin II auf die im Gehirn, dem Herz und anderen Organen befindlichen Rezeptoren wirken kann.
  • Kalziumantagonisten bewirken eine Reduzierung des Einströmens von Kalzium ins Herz. Da Kalzium eine Ursache für die Einengung der Gefäße darstellt, wird auf diese Weise eine Senkung des Blutdrucks erreicht.
  • Diuretika (umgangssprachlich Wassertabletten) dienen einer erhöhten Ausscheidung von Flüssigkeiten. Die Blutgefäße entspannen sich und der Blutdruck sinkt.

 

Blutdrucksenkende Medikamente Nebenwirkungen

Die „Blutdrucktablette“ wird von den meisten Patienten gut vertragen. Wie bei allen anderen Medikamenten auch, kann es dennoch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Einige Nebenwirkungen wie Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Allergien können bei allen Blutdrucksenkern auftreten, andere wiederum sind typisch für bestimmte Wirkstoffgruppen:

ACE-Hemmer

  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Auftreten von Reizhusten
  • Erhöhung des Kaliumspiegels

Kalzium-Antagonisten

  • Kopfschmerzen
  • Niedrige Herzfrequenz
  • Hautrötungen

AT1-Antagonisten

  • Erhöhter Kaliumspiegel

Diuretika

  • Gesteigerter Harndrang
  • Durst und Mundtrockenheit
  • Verringerung des Natrium- oder Kaliumspiegels

Betablocker

  • Verlangsamung des Herzschlages
  • Müdigkeit und Schwindelgefühl
  • Bei Männern Auftreten einer erektilen Dysfunktion (Potenzstörungen)

Beim Auftreten von Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sollte unbedingt der Arzt informiert werden. Vom eigenmächtigen Absetzen eines Medikaments wird dringend abgeraten. Der Arzt wird in diesen Fällen die Medikamentation auf eine andere Dosierung oder eine andere Wirkstoffgruppe umstellen.

Wenn Medikamente nicht helfen

Medikamente sind bei der Behandlung des Bluthochdrucks das Mittel der ersten Wahl. Es gibt jedoch Patienten, bei denen der Blutdruck trotz Kombination mehrerer Wirkstoffe selbst in höheren Dosen nicht gesenkt werden kann. Diese Personen gelten als therapieresistent. In diesen Fällen wird nach sorgfältiger Beurteilung des zu erwarteten Nutzens ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen. Dabei kommen zwei Verfahren zum Einsatz:

 

Die renale Denervation

Bei diesem seit 2009 angewandtem Verfahren werden gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet. Dieser minimalinvasive Eingriff erfolgt mittels eines Katheders, an dessen Enden sich Elektroden befinden. Dadurch wird die Reizweiterleitung der für den Blutdruck verantwortlichen Rezeptoren zum Gehirn unterbrochen. Nach anfänglicher Euphorie hat sich jedoch in einer später durchgeführten Studie (Symplicity HTN-3-Studie) gezeigt, dass die Senkung des Blutdrucks unter den Erwartungen geblieben ist. Eine modifizierte Methode mit einer größeren Anzahl an Ablationspunkten soll bessere Ergebnisse bringen.

 

Die Barorezeptor Stimulation

Barorezeptoren sind Zellen, die sich an der Halsschlagader befinden und an der Steuerung des Blutkreislaufs beteiligt sind. Ziel der Barorezeptor-Stimulation ist es, an diese Zellen elektrische Impulse zu senden, die sie ans Gehirn weiterleiten. Dort wird auf diese Weise ein zu hoher Blutdruck „vorgetäuscht“. Die technische Umsetzung geschieht mit der Einpflanzung eines kleinen Implantats ähnlich einem Herzschrittmacher. Ob dieses Verfahren bessere Resultate bringt, müssen noch weiterführende Studien zeigen.

Hypertonie Heilungschancen

Bluthochdruck ist nicht heilbar. Durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, meist auf Lebenszeit, ist es jedoch möglich, einem zu hohen Blutdruck Einhalt zu gebieten. In Kombination mit einer gesunden Lebensweise kann Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorgebeugt werden.

Bluthochdruck senken

Hausmittel

Den größten Einfluss auf eine angestrebte Blutdrucksenkung haben eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Auf Hausmittel, wie sie bei anderen Krankheiten durchaus erfolgreich eingesetzt werden, sollte man sich allein nicht verlassen. Bei leichten Formen der Hypertonie können aber durchaus Teezubereitungen zur unterstützenden Therapie angewendet werden:

 

  • Grüner und schwarzer Tee
  • Tee aus Hibiskusblüten
  • Teemischung aus Weißdornblüten, Melissenblättern, Baldrianwurzel und Mistelkraut
  • Weitere bekannte Hausmittel sind Knoblauch und Apfelessig.

 

Ernährung

Mit einer Umstellung der Ernährung bestehen die größten Chancen, den Blutdruck nachhaltig in den Griff zu bekommen. Oftmals kann die Dosis der Blutdrucksenker verringert werden, in manchen Fällen werden diese ganz entbehrlich. Es sind im Prinzip nur drei Nahrungsbestandteile, die es zu reduzieren gilt: Fett, Salz und Zucker. Den positiven Einfluss einer salzarmen, dafür aber ballaststoffreichen Ernährung mit Obst und Gemüse zeigten die Ergebnisse der sogenannten DASH-Studie. Die Probanden konnten sich an einer Blutdrucksenkung von durchschnittlich 11,4 mmHg /5,5 mmHg erfreuen. 

 

Diese Nahrungsmittel sollten auf dem Speiseplan stehen:

  • Magere Wurst-, Fleisch und Fischsorten sowie Geflügel (ohne Hautanteil)
  • Milch- und Käseprodukte mit geringem Fettanteil
  • Alle Sorten von Obst und Gemüse
  • Gewürze und Kräuter
  • Kartoffeln, Kartoffelklöße und Kartoffelpüree
  • Vollkornbrot, Vollkorngebäck
  • Mineralwasser, Obst- und Gemüsesäfte, Tee

 

Hierauf sollte lieber verzichtet werden:

 

  • Fleisch, Wurst und Fisch mit hohem Fettgehalt
  • Fetthaltiger Käse
  • Butter, Schmalz, Speck, Mayonnaise
  • Bratkartoffeln, Pommes Frites und Chips
  • Salzgebäck
  • Torten mit hohem Fett- und Zuckergehalt
  • Alkohol und stark zuckerhaltige Limonaden

 

Nach Möglichkeiten zu vermeiden sind Fertiggerichte und Fast Food. Diese beinhalten einen hohen Anteil an Fett, Salz und Zucker – und machen durch diese Bestandteile alle Bemühungen, den Blutdruck zu reduzieren, zunichte.

 

Alkohol und Nikotin bei Bluthochdruck

Die Überschrift macht es deutlich: Die Kombination von hohem Blutdruck und Alkohol- und Nikotinmissbrauch lässt das Risiko, an Folgeschäden zu erkranken, um ein Vielfaches steigen. Es genügen bereits 30 Gramm Alkohol beim Mann und 20 Gramm bei der Frau, um einen Blutdruckanstieg von 7 mmHg (systolisch) und 5 mmHg (diastolisch) hervorzurufen. Auslöser sind Mechanismen im Zwischenhirn, die bei Alkoholgenuss vermehrt blutdrucksteigernde Hormone ausschütten. Der Griff zur Zigarette lässt den Blutdruck für mehrere Minuten um bis zu 30 mmHg steigen. Nikotin ist bekanntlich ein Nervengift – und so wirkt es auch. Nikotin aktiviert den sogenannten Sympathikus im vegetativen Nervensystem. Die Folge ist eine Erhöhung der Herzfrequenz, eine Verengung der Blutgefäße und ein daraus resultierender Blutdruckanstieg.

 

Sport

Der günstige Einfluss von körperlicher Betätigung auf die Gesundheit ist allgemein bekannt. Auch Patienten mit hohem Blutdruck sollten regelmäßig Sport treiben. Besonders geeignet sind Joggen, Radfahren und Schwimmen. Der blutdrucksenkende Effekt beruht auf der gefäßerweiternden Wirkung dieser Sportarten. Natürlich sollte stets die körpereigene Konstitution berücksichtigt werden und die Belastung entsprechend angepasst werden.

 

Viele Menschen schwören auf die wohltuende Wirkung eines Saunabesuchs. Für Bluthochdruckpatienten ist die Tatsache interessant, dass sich in der Sauna die Gefäße erweitern – der Blutdruck sinkt. Daher ist auch oder gerade für an Bluthochdruck erkrankte Menschen die Sauna geeignet. Auf das ansonsten obligatorische Tauchbad im kalten Wasser sollte jedoch verzichtet werden, da sich in diesem Moment die Gefäße wieder zusammenziehen würden. Besser ist eine Dusche mit lauwarmem Wasser.

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Herbert Havera

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen.

Quellenangabe

Salonen JT, Korpela H, Nyyssönen K, Porkkala E, Tuomainen TP, Belcher JD, Jacobs DR Jr, Salonen R. Lowering of body iron stores by blood letting and oxidation resistance of serum lipoproteins: a randomized cross-over trial in male smokers. Journal of Internal Medicine 1995 Feb;237:161-8. PubMed PMID: 7852918

https://das-immunsystem.de/, aufgerufen am 01.08.2018
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https://www.netdoktor.at/krankheit/praeeklampsie-7798, aufgerufen am 01.08.2018

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